Mehr als nur Bücher: Sömmerdaer Gymnasium erfindet seine Bibliothek neu

Mehr als nur Bücher: Sömmerdaer Gymnasium erfindet seine Bibliothek neu

Sömmerda. Am Albert-Schweitzer-Gymnasium gestalten Schüler gemeinsam mit dem Förderverein ihre Bibliothek um. Wie viel Geld dafür eingeplant ist und welche nächsten Schritte anstehen.

Helle Holzbänke, Hocker und Tische, dazu ein frischer Anstrich: Seit dem Frühjahr vergangenen Jahres hat sich die neue Mensa am Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) in Sömmerda zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. Das sanierte Schmuckstück der Schule wird gut angenommen. „Die Bänke sind jeden Tag besetzt“, sagt Kirsten Tittlus. Die Chemielehrerin ist zugleich stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins am ASG.

Besonders stolz sei man darauf, dass es sich um ein Projekt von Schülern für Schüler handele. „Das merkt man auch daran, wie sorgsam mit den Möbeln umgegangen wird. Wir haben keine Kritzeleien oder Schnitzereien festgestellt“, so Tittlus.

Gemeinsam lernen, statt allein vor dem Bildschirm

Stillstand gibt es am Gymnasium aber nicht. Der nächste Schritt ist bereits in vollem Gange: Die seit mehreren Jahren geschlossene Bibliothek soll neu gedacht und wiederbelebt werden. „Leider ist das gemeinschaftliche Lernen ein Stück weit verloren gegangen“, so die stellvertretende Vereinsvorsitzende. Viele Jugendliche informierten sich heute über Videos im Internet, anstatt sich zu treffen und Inhalte gemeinsam zu erarbeiten. Genau hier wolle man ansetzen. Ziel sei es, wieder einen Ort zu schaffen, an dem sich Schülerinnen und Schüler auch außerhalb des Unterrichts aufhalten und zusammen lernen. Dass dafür neue Konzepte nötig sind, betont auch Bernd Körber, Vorsitzender des Fördervereins am ASG. „Das Medium Buch hat bei Lernenden deutlich an Akzeptanz verloren. Eine Bibliothek, wie wir sie vor Jahrzehnten eingerichtet haben, hat ihre Zeit gehabt“, sagt er. Der Bücherbestand solle dennoch erhalten bleiben, ergänzt um passende Orte und Plätze für eine zeitgemäße Mediennutzung.

Neue Schüler, neue Energie

Die Projektgruppe hat sich inzwischen jedoch verändert. Die ehemaligen Mitglieder der Klasse 10e, die maßgeblich an der Erneuerung der Mensa beteiligt waren, sind mittlerweile ins Kurssystem der Oberstufe gewechselt. „Ab der 11. Klasse bekommt die schulische Ausbildung eine andere Dynamik. Dieses Tempo können wir mit einem solchen Vorhaben nicht mehr mitgehen“, erklärt Bernd Körber.

Unterstützung kommt nun aus einer neuen Richtung. „Wir sind jetzt seit einem halben Jahr mit dabei und helfen gerne mit“, sagt Klassensprecher Jadon Sachs. Gemeinsam mit 14 weiteren Schülerinnen und Schülern der Klasse 9d engagiert er sich seither für das Projekt. 

Seit Beginn der Initiative arbeiten die Schülerinnen und Schüler eng mit der Stiftung Finneck zusammen. Bereits die erste Schülergeneration hat gemeinsam mit der Stiftung ein Nutzungskonzept entwickelt. Geplant seien Malerarbeiten und ein neuer Fußboden. Darüber hinaus soll die Fläche neu strukturiert werden: Vorgesehen sind Bereiche für konzentriertes Einzelarbeiten, Sitzbänke sowie mehrere Raumteiler. Um die Erneuerung umsetzen zu können, braucht es finanzielle Mittel. „Rund 15.000 Euro sind für die modernisierte Bibliothek eingeplant“, sagt Körber. Von der Sparkassenstiftung Mittelthüringen habe es bereits eine Förderung über 5000 Euro gegeben. Weitere Einnahmen hätten die Schülerinnen und Schüler selbst erwirtschaftet. Möglich geworden sei das durch die Unterstützung der Bäckerei Bergmann. „Sie hat uns Backwaren vom Vortag kostenlos zur Verfügung gestellt“, sagt Louise Nathanael, stellvertretende Klassensprecherin der 9d, die sich auch an der Erneuerung beteiligt. Zusätzlich stellten die Neuntklässler aus älterem Brot gemeinsam mit der Bäckerei Brotchips her. Auf der Regionalmesse „SÖM“ gaben die Jugendlichen diese Backwaren ebenso wie die Brotchips gegen Spenden ab. Auch das Landratsamt sowie Schulleitung, Lehrkräfte und der Hausmeister des ASG seien eingebunden und würden das Vorhaben unterstützen. Als nächster Schritt stehe nun die Abstimmung mit verschiedenen Unternehmen an, um Angebote einzuholen. Parallel dazu solle weiter Geld gesammelt werden. „Wir haben einen Flyer erstellt, den die Schülerinnen und Schüler mit nach Hause nehmen“, sagt Körber. Weitere Aktionen seien bereits geplant. „Wir denken zum Beispiel an Spendenläufe oder Kuchenbasare“, ergänzt Louise Nathanael.

Mehr Platz für Begegnung

Für Louise und Jadon ist das Ziel klar: Die Bibliothek soll ein Ort werden, an dem Schüler gerne herkommen und gemeinsam Zeit verbringen. Die Chancen dafür sehen beide als gut an. „Wir sind froh über die Mensa, aber auch sie ist in den Pausen oft sehr voll“, sagt Jadon. Bei der großen Zahl an Schülerinnen und Schülern reiche der Platz kaum aus. Das soll sich nun ändern.

Quelle Text+Bild: Carotta Masini, TA Sömmerdaer Allgemeine, 04.02.2026

 

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